Di Suzanne Iden.
Es ist so leicht zu sagen: Er hat doch nichts erreicht. Ein schneller Verweis auf den Diktator in Pjöngjang, der gerade mit einem dubiosen Raketenstart provo- ziert, ein weiterer auf das Mullah-Regime in Teheran, das trickreich im Halbdunkel an seinem Atomprogramm bastelt, ein dritter auf das eigene Programm zur Mo- dernisierung des US-Atomwaffenarsenals – und schon ist Barack Obamas Vision von einer atomwaffenfreien Welt als Hirnge- spinst entlarvt. Ist sie das? Es hat sich viel getan, seit Obama im April 2009 in einer Rede vor der Prager Burg versprach: „Eine Welt ohne Atom- waffen ist möglich“. Der US-Präsident for- mulierte ein erstes Nahziel: weltweit das gesamte nukleare waffenfähige Material zu sichern. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und seit der Erfahrung des 11. September ist es die größte Sorge, dass dieses Material in die Hände von Terroris- ten fällt. In die Hände von Bombenbast- lern, die noch weniger berechenbar sind als der schwierigste Staat – weil sie selbst nichts zu verlieren haben. Die Zwischenbilanz zum Gipfel hat eini- ges auf der Haben-Seite: So hat Libyen, wenn auch unter Protest, hochangerei- chertes Uran nach Russland ausfliegen las- sen – ein knappes Jahr bevor der Aufstand gegen den Diktator das Land für geraume Zeit ins Chaos stürzte. Chile, die Ukraine, Serbien, Kasachstan, die Türkei, Rumänien haben die Sicherung strahlenden Materi- als abgeschlossen. Andere aber, Südafrika oder Weißrussland, nutzen ihr strahlendes Material noch als Verhandlungsmasse in internationalen Auseinandersetzungen. Da liegt womöglich der Kern für Oba- mas Drängen: Die Welt hat schon einmal zugesehen, wie zwei Schwellenländer ato- mar aufrüsteten, Pakistan und Indien. Heute steht Pakistan als Staat am Rande des Scheiterns. Wer hat dort in Zukunft Zugriff auf die Bombe?
(Da "Hannoversche Allgemeine Zeitung")
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